Workshops A

13.15 bis 14.30 Uhr

A1 Judith Rieger: Reziprozität als Chance

Man kann sich nicht nicht verhalten. Alles auf der Welt steht zueinander in Bezug. Diese Wechselbezüglichkeit ist immer da. Oft nehmen wir sie nicht wahr. Doch manchmal wird uns klar, dass sie sich auf jeden von uns persönlich auswirkt. Wem dieses Jahr im März das Klopapier ausgegangen ist, der weiß genau, was ich meine. Wie können wir diese Verbundenheit nutzen, um zu neuen Ansichten zu gelangen?

A2 Josha Eisenhut: Möglichkeitserweiterung bei Kindeswohlgefährdung

Neutralität, Kontingenz, Allparteilichkeit, usw. – dies alles scheint im Fall von Kindeswohlgefährdung auf den ersten Blick, nicht mehr als Haltung im Handeln bei Kindeswohlgefährdung umsetzbar zu sein. Endet systemische Haltung bei Auftreten von Kindeswohlgefährdung? Wie lässt sich im Kontext von drastischer Komplexitätsreduktion trotzdem das systemische „Spielfeld“ mit Eltern eröffnen?

A3 Wolf Ritscher: Resonanz – eine Möglichkeit mit Verstand und Herz systemisch

In diesem Workshop wird das von Mony Elkaim entwickelte systemische Konzept der Resonanz vorgestellt. Nach einer kurzen theoretischen Einführung Informationsinput soll an Hand von ein oder zwei Fällen, welche die TeilnehmerInnen einbringen, der Prozess der Resonanz dargestellt und erlebbar werden.

A4 Esther Stahl: Improvisationstheater für den Perspektivenwechsel

Das Improvisationstheater ist in seinen Grundprinzipien dem systemischen Ansatz sehr nah. Es geht darum, die Weltsicht der Mitspieler*innen anzunehmen und damit zu spielen, um eine positive Sicht auf Ereignisse und darum neue Perspektiven einzunehmen. Im Workshop werden wir dies mit Bezug auf uns fremde Sichtweisen auf der Bühne ausprobieren. Es braucht keine Vorerfahrungen.

A5 Berit Stowasser-Hoffmann & Oliver Ebert: Systemisches Familiencoaching im Zwangskontext

Elternarbeit in der stationären Hilfe bewegt sich im Zwangskontext. Wie kann man es schaffen, dass Eltern sich nicht entmündigt fühlen, sondern Chancen in der Elternarbeit sehen? Mit Methoden der Ressourcenarbeit kann eine Arbeitsgrundlage geschaffen werden, die durch Anerkennung und Wertschätzung geprägt ist. Dadurch entstehen Möglichkeitsräume, in denen sich Eltern entfalten und wachsen können. 

A6 Raimo Wünsche: Da gibt es nichts zu lachen! 

Krisen sind bei Menschen mit einer geistigen Behinderung mit hohen emotionalen und physischen Belastungen verbunden. Sie verfügen zudem über unzureichende kommunikative Fähigkeiten, um adäquat ihre emotionalen Belastungen auszudrücken. In diesem Workshop geht es um das Verstehen von Krisen. Ihre Erfahrungen und Fälle sind herzlich willkommen und werden diesen Workshop bereichern.

A7 Johannes Herwig-Lempp: Vielfältige Antworten auf einfältige Bemerkungen

Mit einer einfachen systemischen Methode überlegen wir an einem konkreten Beispiel gemeinsam, wie wir auf plötzliche rassistische, fremdenfeindliche, sexistische oder andere erschreckende Kommentare so reagieren können, dass wir mit uns und unserer Reaktion zufrieden sein können – ohne zu glauben, wir müssten perfekt sein.

A8 Anne Gemeinhardt & Christian Paulick: Zwischen Arm und Reich – Grauzonen erforschen

In unserem Workshop möchten wir Teilnehmer*innen einladen, eigene Armuts- und Privilegienerfahrungen zu reflektieren und vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen einzuordnen. Hierzu wird es methodische Reflexionsangebote geben, um unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. 

A9 Marlen Gnerlich: Ansichten in Bewegung – mit dem Körper Position beziehen

‚Ansichten‘ sind mehr als gedanklich-kognitive Konstrukte. An Synonymen, wie z. B. Standpunkt, Position, Haltung, lässt sich ablesen, dass ‚eine Ansicht haben‘ zugleich eine leibliche Dimension beinhaltet. ‚Einer Ansicht sein‘ speist sich folglich auch aus Empfinden, Erfahren,(Re-)Agieren usw. Im Workshop wird ‚Ansichten‘ aktiv auf körper- und bewegungsbezogene Weise nachgegangen und nachgespürt.

A10 Tanja Kuhnert: „Der ist doch krank!“ – Diagnosen und Ihre Bedeutung.

Warum sind (psychiatrische) Diagnosen anscheinend hilfreich wenn Menschen sich ungewöhnlich verhalten? Welchen Sinn kann es machen Menschen und deren Verhalten auf diese Art und Weise zu beschreiben? Aus systemischer Sicht kann kein Verhalten verstanden werden, ohne die kontextuellen Gegebenheiten mit zu berücksichtigen. Welche Bedeutung hat das für die systemische Sozialarbeit?